Stempelkatalog - Einführung
(18. Auflage September 2018)

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Einführung:
Für die 18. Auflage dieses Stempelkataloges sind sämtliche Gebiete von Spezialisten der Arbeitsgemeinschaft überarbeitet, nötigenfalls angepasst und teils erweitert worden. Hierbei wurde versucht, für alle Gebiete einheitliche Kriterien zur Anwendung zu bringen, um eine noch bessere Vergleichbarkeit zwischen den Gebieten herzustellen. Dennoch bleiben erhebliche Unterschiede, da die Forschungstiefe, aber auch die Besonderheiten der einzelnen Gebiete dies erfordern. Auch bei dieser Auflage sind die Preise auf Basis eines durchschnittlichen Auktionspreises (inkl. Zuschlägen) bzw., wo ein solcher nicht feststellbar war, eines durchschnittlichen Handelspreis („Marktpreisbasis“) ermittelt worden. Dies hat angesichts der Veränderungen der letzten Jahre durchweg, bei einigen Gebieten stärker, bei anderen nur abgeschwächt, dazu geführt, dass die Preise gesunken sind. Es soll an dieser Stelle deutlich darauf hingewiesen werden, dass der Marktpreis nicht unbedingt die Seltenheit eines Stempels wiedergibt, sondern nur zeigt, was tatsächlich für einen Stempel der bewerteten Art durchschnittlich bezahlt wird.

Neu ist die Darstellung der Stempel im Katalog. Diese sind nunmehr, um eine bessere Zuordnung zu ermöglichen und den Stempel beim Text abbilden zu können, an den linken Rand der Seite gerückt worden. Dies macht es leichter, den Text zum Stempel zuordnen zu können und vermeidet Verwechslungen. Dadurch ist der Umfang des Kataloges weiter angewachsen.

Dieser Stempelkatalog ist kein Handbuch und kann das vertiefte Studium der Spezialwerke nicht ersetzen, sondern diese nur ergänzen. Postgeschichtliche Themen werden deshalb nur behandelt, wo dies für die Einordnung der Abstempelung erforderlich ist.

Preise:
Bewertet werden Briefstücke und Belege. Soweit ein Briefstückpreis wenig sinnvoll erscheint, wie z.B. bei Bar- und Vorausfrankaturen, Zensurvermerken, Neben-stempeln, Marineschiffspost etc., ist nur ein Preis für Belege angegeben. Die Preise gelten nur für Stücke, welche den nachfolgend geforderten Qualitäts-ansprüchen auch wirklich entsprechen!

Einige Entwertungen sind umstritten und werden von Puristen abgelehnt. Soweit jedoch ihre postalische Behandlung feststeht, sind sie in diesen Katalog, teilweise mit besonderen Hinweisen, aufgenommen.

Preise für Briefstücke (r):
Diese Preise gelten nur für klare, gut lesbare, volle Stempelabschläge auf Briefstücken mit den gebräuchlichsten Marken. Bei teureren Marken ist deren Preis je nach Seltenheit des Stempels hinzuzurechnen. Die Bewertung für ein Briefstück beginnt in diesem Katalog bei mindestens € 5.
Briefstücke mit Teilabschlägen oder undeutlichen und schlecht lesbaren Abstempelungen werten nur bei besseren Stempeln einen Bruchteil des angegebenen Briefstückpreises, ansonsten gilt in diesen Fällen nur der Preis für die Marke ohne Stempelzuschlag. Eine Bewertung des Briefmarkenpreises unterbleibt in diesem Katalog, sie ist den Standardwerken vorbehalten (z.B. Michel-Katalog).

Ausschnitte von Feldtelegrammen, Postanweisungen und Paketadressen werden von Spezialisten meist höher als normale Briefstücke bewertet.

Preise für Stempel auf losen Marken:
Die Preise für lose Marken hängen bei den einzelnen Stempeln sehr stark davon ab, wie häufig der Stempel auf Briefstücken ist. Klare, fast vollständige Abschläge mit allen Buchstaben des Ortsnamens und komplettem Datum werten zwischen 40 und 60 %, im Ausnahmefall, wenn bei seltenen Abstempelungen Briefstücke fast nicht vorhanden sind, auch bis zu 80 % des Briefstückpreises. Für Teilabschläge und undeutliche Stempel gilt entsprechend, was bei den Preisen für Briefstücke schon aufgeführt wurde.

Preise für Belege (*):
Diese Preise gelten für portogerechte, ordnungsgemäß über den Postweg gelaufene Ganzsachen, Postkarten, Drucksachen und gewöhnliche Briefe in sauberer, fehlerfreier Gesamterhaltung mit klaren und kompletten Stempelabschlägen. Die Bewertung für einen Beleg beginnt in diesem Katalog mit mindestens € 10.
Belege mit undeutlichen Stempeln oder Belege mit deutlichen Stempeln, deren Erhaltung aber schlecht oder fehlerhaft ist, werten erheblich weniger.

Bei Belegen mit Feldpoststempeln sind ausnahmsweise zwei *-Preise angegeben. Dies ist notwendig, da Feldpoststempel auf portogerechter, frankierter Post viel seltener sind und somit höher bewertet werden als auf den viel häufiger vorkommenden, portofreien Feldpostbelegen.

Besonders Einschreibbelege, aber auch andere seltene Verwendungsformen, wie Wertbriefe, Paketkarten, Postanweisungen, Nachnahmen, Feldtelegramme, innerdienstliche Formulare etc., sind sehr gesucht und rechtfertigen je nach Seltenheit einen höheren Preis.

Bei erkennbar philatelistischen Belegen steht es jedem Sammler frei, ob er diese, besonders wenn sie portogerecht sind und einwandfrei befördert wurden, voll akzeptiert, als geringwertiger betrachtet oder ablehnt. Es sei aber bemerkt, dass ohne die bekannten und unbekannten Hersteller dieser philatelistischen Belege heutzutage etliche Stempel aus unserem Sammelgebiet überhaupt nicht oder kaum zu finden wären. Im Übrigen gilt Konrad Starkes Mahnung nach wie vor: „Wohin würden wir kommen, wenn man jede Zufallsentwertung oder jedes absichtlich geschaffene Kuriosum ... mit teurem Gelde bezahlen sollte.“

Ein „LP“ bedeutet Liebhaber-Preis und wurde nur für extrem seltene Abstempelungen mit einem Wert von über € 6000 gebraucht, da hier wegen der Seltenheit und den damit verbundenen Preisschwankungen kein fester Wert angegeben werden kann.

Preise in Klammern ( ) stehen für Abstempelungen, die ausschließlich als Gefälligkeitsentwertungen bekannt sind. Aber auch diese Preise werden am Markt bezahlt.

Vorläufer und Mitläufer:
Ein l vor dem Preis wurde angegeben, wenn die Entwertung nur auf Vorläufern möglich ist. Der Preis gilt für ein Briefstück oder einen Beleg mit der häufigsten Marke, deren Michel-Nummer in Klammern angegeben ist.

Entwertungen, die sowohl auf Vor- und Mitläufern wie auf Kolonialmarken vorkommen, sind mit ¡ gekennzeichnet. Hier gilt der Preis für die Abstempelung auf Kolonialmarken.

Wer bei diesen Zeichen l und ¡ den Wert für andere, nicht aufgeführte Marken mit derselben Entwertung ermitteln möchte, sei auf die Veröffentlichung „Handbuch und Katalog der deutschen Kolonial-Vorläufer“ von Dr. Friedrich Steuer / Ronald Steuer verwiesen, die in vierter Auflage vorliegt.

Seepost:
Die Preise für Seepostabstempelungen gelten für Frankaturen mit den üblicherweise an Bord vorrätigen Marken des Deutschen Reiches. Verwendungen von Kolonialmarken verdienen in der Regel einen Aufschlag von ca. 50%. Von dieser Regel ausgenommen ist nur die Südsee-Seepost, wo der jeweilige Seepoststempel auf einer bestimmten Frankatur, nicht aber die Herkunft des Beleges, detailliert bewertet wird.

Soweit in den Vorauflagen für die angegebenen Preise ein Herkunftsnachweis des jeweiligen Beleges aus dem Bereich einer deutschen Kolonie oder eines Auslands- postamtes verlangt wurde, kann das nicht aufrechterhalten werden. So muss berücksichtigt werden, dass die Post in der Regel erst kurz vor dem Einlaufen in den Hafen gestempelt wurde, in dem sie von Bord kam. Zudem hat die Marktbeobachtung über viele Jahre gezeigt, dass kaum Stücke angeboten werden, die die genannten Voraussetzungen erfüllen. Daher gelten die häufig ohnehin nur pauschal angesetzten Preise – soweit nicht anders angegeben – für Belege der jeweiligen gesamten Reise. Für Stücke aus dem Bereich der deutschen Kolonien oder Auslandspostämter werden, ebenso wie für farbige Stempelabschläge, häufig deutlich höhere Preise bewilligt.

Marineschiffspost:
Die Angaben für die Marineschiffspost basieren hauptsächlich auf den über viele Jahre durchgeführten Registrierungen der Belege aus den meisten bedeutenden Sammlungen. Daher konnte die Anzahl der Stücke recht genau bestimmt werden, die während der Liege- (oder auch Fahrt-) zeiten der jeweiligen Schiffe im Bereich der deutschen Kolonien und Auslandspostämter gestempelt worden sind. Folgerichtig ist die hierzu gehörige Post bei den einzelnen Gebieten aufgeführt. Nur für Belege, die nachweislich aus dem jeweiligen Gebiet stammen, gilt der angegebene Preis. Auch bei der Marineschiffspost gilt eine höhere Bewertung (ca. 50%) für Frankaturen mit Kolonialmarken oder für farbige Abstempelungen.

Bei der Registrierung fiel auf, dass von manchen Schiffen bislang keine Post mit Daten von Liegezeiten in den genannten Gebieten gefunden werden konnte, obwohl sich die Schiffe dort nachweislich befunden haben. Dies gilt insbesondere für die Südsee-Schutzgebiete und Togo. Solche mögliche Post wurde dementsprechend zunächst nicht bewertet.

Alle anderen Stücke mit Daten von Aus- und Heimreise oder dem Aufenthalt im übrigen Stationsgebiet (z.B. Japan oder Korea auf der ostasiatischen Station oder Australien auf der australischen Station) sind an anderer Stelle aufgeführt und bewertet. Die entsprechenden Angaben finden sich nach der Südsee-Seepost in einem eigenen Abschnitt. Eine besondere Behandlung erfährt aus historischen Gründen hierbei die Kriegspost des Kreuzergeschwaders, die am Ende des Gebietes „Karolinen“ wegen des Zusammenhangs mit der „Vergrabenen Post“ aufgeführt ist.

Detaillierte Angaben der Reise- und Aufenthaltsdaten der einzelnen Schiffe würden den Rahmen dieses Stempelkatalogs bei weitem sprengen. Insoweit wird ausdrücklich auf das umfangreiche Buch von Lutz Pohlmann und Jürgen Kessing „Handbuch und Katalog der Deutschen Marine-Schiffspost und Marinepost 1895 – 1914“ verwiesen.

Stempelabbildungen:
In dieser Auflage des Kataloges werden vor den beschreibenden Texten fast alle Orts- und Feldpoststempel und auch viele Nebenstempel abgebildet, um dem Benutzer die Bestimmung der einzelnen Stempel zu erleichtern. Die abgebildeten Stempel entsprechen in ihrer Größe und oft auch in anderen Einzelheiten nicht den Originalen und sind somit nur zur Bestimmung des Stempels, nicht aber zu seiner Prüfung geeignet. Stempelabbildungen mit Daten vor der angegebenen Verwendungszeit stammen von Probeabschlägen der Stempelhersteller vor Ingebrauchnahme des Stempels.

Stempeldaten:
Die bei den Ortsstempeln angegebenen Verwendungsdaten bestimmen sich grundsätzlich nach den bekannten Eröffnungs- und Schließungsdaten der Postanstalt. Nur dann, wenn die frühesten oder spätesten Verwendungsdaten sicher bekannt sind, wird auf diese abgestellt. Bei Stempelwechsel oder Hinzutreten weiterer Stempel (z.B. mit anderen Unterscheidungsbuchstaben oder als Räderstempel) werden das letzte und das erste bekannte Stempeldatum angegeben.

Stempelfarbe:
Die amtlich angeordnete Stempelfarbe war Schwarz. Soweit andersfarbige Entwertungen vorkommen, wurden sie registriert, gesondert bewertet und Angaben zum bekannten Verwendungszeitraum gemacht. Eine farbige Entwertung muss als solche eindeutig und klar erkennbar sein, Mischfarben werden nicht als farbige Entwertung aufgeführt und rechtfertigen keine gesonderte Bewertung.

Stempelirrtümer:
Fehleinstellungen eines Stempels kamen immer wieder vor und werden nicht besonders bewertet. Dies gilt grundsätzlich auch für kopfstehende, falsch eingesetzte oder fehlende Tages- und Monatstypen eines Stempels, sowie für fehlende Jahrestypen, soweit diese nicht am Anfang eines Jahres auftreten oder bekannt ist, dass diese gefehlt haben oder verloren gegangen waren. Solche Stempelirrtümer werden von Spezialisten aber durchaus gesucht, auch wenn ihre Aufnahme den Umfang dieses Kataloges sprengen würde.

Bisher nicht entdeckte Stempel und Belege:
Auch in dieser Auflage des Stempelkataloges sind einige Positionen aufgenommen worden, die existieren könnten oder müssten, die aber, da wohl nur wenige Sammler danach gesucht haben, bisher nicht bekannt geworden sind. Für diese Positionen wurde wie auch bei Stempeln, die auf Beleg bisher nicht bekannt sind, in der Preisspalte ein „n.b“ eingesetzt. Dies bedeutet aber nicht, dass aus dem „n.b“ gleich ein „LP“ werden muss, falls nun durch verstärkte Nachsuche das eine oder andere Stück entdeckt werden sollte.

„Im Stempelkatalog der Arbeitsgemeinschaft nicht bekannt“:
Diesen Satz liest man so oder ähnlich ab und zu in Auktionskatalogen oder Angebots- und Preislisten. Äußerst selten handelt es sich dabei aber um sensationelle Neuentdeckungen, die den Sachbearbeitern nicht bekannt waren und die in eine Neuauflage aufzunehmen wären. Oft sind es Stempelirrtümer, die - wie oben erwähnt - nicht gesondert bewertet werden, oder private Erzeugnisse, die aus gutem Grund nicht in dieser Tabelle stehen.

**Diese Titel können, wie dieser Stempelkatalog auch, über den Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft, Herrn Tilmann Nössig, Koppenstraße 16, 10243 Berlin, bezogen werden.

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